Blogger und Blogger und die bösen Firmen

Meine Erfahrungen der letzten Jahre mit Bloggern und Influenzern.

Kein Online Shop kommt mehr drum rum seine Reichweite über Blogger und Influenzer zu erhöhen. Diese Jungs und Mädels können uns helfen unsere Produkte bekannter und beliebter zu machen. Also auf geht’s ins Getümmel und die passenden Blogger finden.

Der Erstkontakt

Nachdem man sich seine ersten Favoriten rausgepickt hat, die zum Shop und zum Produkt passen sowie vertrauenswürdig aussehen, geht es zum ersten Kontakt.

Ich erachte es als selbstverständlich den Blog vorher zu lesen und zu bewerten, denn hier soll später auch mein Produkt stehen. Da bringt es mir nichts einfach nur möglichst viele Blogger anzuschreiben. Es muss doch passen?!

Ebenso solltet Ihr euch im Klaren sein, was Ihr erwartet. Soll das Produkt im Detail vorgestellt werden, in einer Serie benutzt werden oder ein kompletter Test. Mit diesen Ideen und Überlegungen gehe ich in den ersten Kontakt.

Aber ich erwarte vom Blogger natürlich auch die passenden Infos zurück. Da Webseitenbesucher und Co. für mich nicht sofort ersichtlich und natürlich auch entscheidend für den Wert sind.

Der Wert

Der Wert ist das passende Stichwort, denn natürlich soll der Blogger das ganze Thema nicht nur für Luft und Liebe erledigen. Was aber nicht gleich heißen soll, dass Geld fließen muss.

Denn sehen wir das ganze mal aus der Firmensicht. Ich möchte mein Produkt auf einem Blog sehen, um es zu verkaufen. Das heißt ich muss diese Werbeaktion mit Verkäufen gegenfinanzieren. Soweit so gut, aber wie viele Verkäufe kann ich von diesem Blogger erwarten? Okay, man darf auch nicht vergessen, dass es auch indirekte Verkäufe gibt, die durch die steigende Präsenz entstehen und nicht direkt zuordenbar sind.

In diesem Fall suche ich mir ein paar Faktoren, um dies zu bewerten. Wie viele Besucher schauen sich den Blog im Monat an? Wie viele Follower gibt es auf den Socials? Wie authentisch ist der Inhalt oder verkauft er/sie ihre Seele? Ist das Blogthema generisch oder passend zum Produkt?

Nun beginnt der Spaß und jetzt muss ich auch mal etwas Klartext reden. Es ist echt spannend was manche Blogger für eine Selbstüberschätzung zur ihren Honoraren haben… Das soll nicht heißen, dass ich ein Geizkragen oder ähnliches bin, aber ein gewisser Gegenwert muss einfach existieren. Denn nur weil man ein paar tausend Follower im weit unteren 4-stelligen Bereich hat, ist man noch längst nicht einige hundert Euro Wert.

Was glaubt Ihr, wie viele eurer Follower werden danach das Produkt kaufen? 10%? Echt jetzt? Niemals! Es wäre echt schön wenn, denn dann würde euer Honorar vielleicht in einem Verhältnis zu den Verkäufen stehen und diese Aktion vielleicht 0 auf 0 bringen. Die Zeiten in denen man an Produkte Faktoren von 2 und größer erwirtschaften konnte, sind lange vorbei. Aus diesem Grund denkt doch mal darüber nach, was Ihr der Firma wirklich bringen könnt?

Besonders die Follower bei Facebook sind immer wieder interessant, denn Follower ist nicht gleich Follower. Facebook Seiten zu Blogs, die nur vollgeknallt mit Gewinnspielen sind und dafür aber Follower im 5-stelligen Bereich haben, sind hierfür ein perfektes Beispiel. Wie viel Interesse haben diese Follower an dieser Seite? Keins, sie waren einfach nur geil auf die kostenlosen Produkte. Lasst doch bitte die Finger von diesen Gewinnspielen! Ja, sie pushen eure Followerzahl, machen diese aber völlig wertlos. Lieber langsam die Followerzahl aufbauen und damit wirklich interessierte Follower aufbauen, diese helfen euch weiter und steigern natürlich auch euren Wert. Bitte!

Diese Werte können natürlich von Blog zu Blog zu Influenzer variieren. Es gibt einfach Blogger, die können Emotionen erzeugen und es gibt Blogger, die einfach nur schnell einen Text hinrotzen. Ein schöner Blog mit erzeugten Emotionen animiert zu einem Kauf und ist das, was man als Firma erwartet. Nein, Bilder von gelangweilten Personen sind nicht diese Emotionen…

Aber hier kommen wir zum nächsten Thema…

Die Qualität

Ja, das heilige Thema des eigenen Anspruchs… Ich habe in den letzten Jahren so einiges erlebt.

Es gibt wirklich schöne Blogs und Blogger, die Beiträge liefern bei denen man die Ohren anlegt. Die machen einfach Spaß, lesen sich sehr schön und haben liebevolle Bilder. Es gibt eine saubere und ausgiebige Kommunikation wie Abstimmung. So muss es sein, so macht es Spaß, so ist ein entsprechendes Honorar gerechtfertigt. Danke Jungs und Mädels!

Aber es gibt auch die Anderen, denn manchmal glaube ich, jeder nennt sich heute Blogger, der Word bedienen kann. In dieser Hinsicht habe ich echt nerviges erlebt.

Vom Blogger, der die Ware erhält und erstmal 5 Wochen absolute Funkstille einlegt. Keine Reaktion auf irgendeinem Kontaktweg. Herrlich… Erst die Drohung mit Rechnung über das Produkt stellt den Kontakt wieder her. Muss es soweit kommen?

Blogger, die den Artikel ohne Rücksprache online schalten. Wenn ich frage, ob ich über den Artikel vorher mal drüberlesen kann, soll dies keine Einflussnahme auf das Ergebnis sein, sondern einfach nur eine „Kontrolle“ ob wir über das gleiche reden und alle Links, Namen etc. passen.

Denn das ergibt auch das nächste Thema. Wenn ich einem Blogger Ware gebe für einen Test, warum um alles in der Welt verlinkt er dann ohne Rücksprache auf Amazon? Schön mit PartnerNet Link… Ich mache das ganze doch nicht aus Spaß an der Freude, weil ich was zu verschenken habe? Ich würde schon gerne meinen Shop verlinkt haben..

Auch den eigenen Blog in Ordnung zu halten, scheint manchmal zu viel verlangt. Dass alle Links sauber im Blog funktionieren, gehört doch zu den Basics. Wenn ich den Slider für Post A anklicke, möchte ich auch dort landen und nicht auf Post Z? Merkt man sowas nicht selbst?

Als letztes die Blogger die einfach einen Text runter rotzen (sorry für die Ausdrucksweise, aber sie passt leider) nur um fertig zu sein und endlich ihr Geld zu bekommen. Bilder mit Blitz und Handykamera schnell schnell hingeknallt – Hauptsache fertig… Unglaublich 🙁

Jungs und Mädels, macht das Bloggen doch bitte mit Liebe und Anspruch und nicht nur des Geldes wegen. Andere können es doch auch!

Von meinen Lieblingsblogs, den Produkttestblogs, will ich erst gar nicht reden.. Susi testet, Sandy testet, etc (die Namen dienen nur als generische Platzhalter :lol:). wo ist hier der Mehrwert? Alles, was es kostenlos gab, wird vor die Kamera gezerrt und hochgelobt. Wo ist der Anspruch?

Ich dachte eigentlich lange, ich will niemandem eine Anforderungsliste schicken, was er alles beachten soll, von Links über Namen und Abläufe. Das sieht einfach so überheblich aus. Aber es wird leider immer nötiger, damit das selbstverständliche Ergebnis stimmt. Für manch einen scheint es wohl selbst zu viel verlangt, den Produktnamen zu kennen und richtig wieder zu geben.

Die AAAWWWWW Momente <3

Da ich selbst weiß, wie es ist, gerade anzufangen, unterstütze ich auch gerne kleine Blogger. Natürlich werden diese keine bis wenige Verkäufe bringen. Aber wenn der Blog schön ist, muss es einfach sein. Hier möchte ich gerne meinem neuen persönlichen Liebling danken. Der Blog Hier kommt Papa, dieser kleine schnuckelige Blog hat es uns einfach angetan. Danke nochmals für diesen tollen Artikel. Du hast ihn mit so viel Hingabe und Liebe geschrieben, das sieht man einfach. Solche Blogs muss man einfach unterstützen. Danke!

Fazit

Ja, das waren jetzt viele Emotionen über die vergangenen Jahre. Aber ich wollte einfach mal die andere Seite zeigen. Denn ich lese immer wieder Blog Posts über die bösen Firmen, die knauserig sind und alle Blogger nur ausnehmen wollen. Ich denke es gibt auf beiden Seiten die schwarzen Schafe und die Guten. Seht es einfach als kleinen Denkanstoß für beide Seiten.

Wir sind beide aufeinander angewiesen, daher sollte es auch in einem fairen Miteinander laufen. 🙂