JTL Wawi Backup – schon eingerichtet?

Wie oft oder überhaupt sichert Ihr eure JTL Wawi Datenbank? Hier ein paar Erfahrungen und Tipps für das richtige Backup eurer JTL Daten

Bevor wir in die Technik einsteigen, wie Ihr eure JTL Wawi Datenbank sichern könnt, reden wir doch mal darüber warum und wie oft man ein Backup erstellt.

Was muss ich sichern?

Wo läuft bei euch die Warenwirtschaft? Ich denke das hängt stark von der Größe eures Shops ab. Viele werden wahrscheinlich mit dem eigenen PC oder Notebook starten, richtig? Sobald Ihr wachst und mit mehreren Benutzern auf der Warenwirtschaft arbeitet wird es wohl ein zentraler Server werden. Wie sichert Ihr nun die Warenwirtschaft? Die wichtigste Info hierzu ist, dass Ihr „nur“ ein Backup der Datenbank im SQL Server benötigt um eure Warenwirtschaft wieder ans fliegen zu bekommen.

Nun wissen wir was wir sichern müssen, aber die nächste Frage ist:

Warum sichern wir?

Was kann schon passieren?
Es gibt viele Möglichkeiten. Ein Backup soll euch in der Regel vor vielen Ereignissen schützen:

  • Hardwaredefekt (Festplatte oder Server kaputt)
  • Softwarefehler (Die Warenwirtschaft löscht durch einen Bug Aufträge)
  • Benutzerfehler (oh F**** ich habe alle Aufträge des Monats gelöscht)
  • Manipulation (Ein Mitarbeiter will euch schaden und löscht oder ändert mutwillig Daten)
  • Höhere Gewalt (Das Büro brennt ab)
  • etc.

Jetzt wissen wir wovor wir uns schützen wollen, also weiter zu:

Wie oft sollte ich sichern?

Wie oft sichert Ihr bisher eure Warenwirtschaft? Ein mal am Tag? Einmal pro Woche? Einmal im Monat? Gar nicht?
Das muss schon jeder für sich selbst entscheiden, aber lasst uns doch mal darüber diskutieren wie oft es nötig ist.
Gehen wir von dem Fall aus, dass Ihr täglich Nachts eure Datenbank sichert. Nun ist es Montag morgen, euer Backup ist von ca. 2 Uhr Montag nachts. Der Montags Stress beginnt, Ihr bekommt weitere Bestellungen, liefert fleißig aus, mehr Bestellungen etc. Wir nähern uns 15 Uhr.

PENG! Die Festplatte im Server ist gestorben!

Was heißt das für euch? Euer letzter Stand der Warenwirtschaft ist von vor 13 Stunden! Was ist in diesen 13 Stunden passiert?

  • Unzählige Bestellungen wurden im Shop getätigt
  • Amazon liefert die FBA Bestellungen vom Wochenende aus und eazyauction erstellt hierfür jede Menge Aufträge
  • Ihr habt viele Pakete versendet, deren Versandinformationen übernommen und deren Versand gesetzt wurde.
  • Neue Aufträge wurden telefonisch angenommen und eingegeben
  • Retouren wurden gebucht
  • Neue Artikel wurden gepflegt
  • Preise wurden geändert
  • etc.

Kurz um, es ist Vieles passiert. Wie bekommt Ihr all diese Informationen wieder? Wer hat bestellt? Was wurde bestellt? Was ist versendet? Was habe ich an Artikel geändert?

Weltuntergang!!!

Daher stelle ich jetzt die Frage mal anders herum. Wie viel Zeit könnt Ihr verkraften Daten zu verlieren? Tage? Stunden? Minuten? Diese Frage ist nicht einfach und muss natürlich mit einer gewissen Risikobewertung beantwortet werden.

Ich persönlich habe für mich 15 Minuten festgelegt. Mehr als 15 Minuten Datenverlust in der Warenwirtschaft tuen uns wirklich weh und kosten uns danach Zeit und Geld. Seht Ihr dies anders? Wie viel Zeit seht Ihr bei euch? Hinterlasst es mir gerne in den Kommentaren.

Jetzt kennen wir die Herausforderung des Backupzyklus. Die nächste Frage ist:

Wohin kann ich sichern?

Bei dieser Frage werden sich denke ich die Geister scheiden. Wo liegt die Balance zwischen Paranoia und Realität?

Wir haben nun entschieden was wir wie oft sichern. Aber wohin mit den Backups? Auf den Server auf dem die Datenbank läuft? NIEMALS!!

Wovor soll uns die Ablage der Backups an einem anderen Ort schützen? Vor äußerer Gewalteinwirkung. Dies kann vom Brand über Diebstahl bis zum Blitzeinschlag alles sein.

Welche Möglichkeiten haben wir nun? Aus persönlicher Erfahrung kann ich folgendes Szenario empfehlen. Ob es vielleicht übertrieben ist müsst Ihr selbst entscheiden.

Unser Backup läuft im ersten Schritt auf ein kleines NAS System im Serverraum. Damit ist das Backup schonmal auf einer anderen Hardware als die produktive Datenbank.
Jedes Backup wird nun von diesem NAS per Site-to-Site VPN zu mir nach Hause auf mein priv. NAS gespiegelt. Damit hat das Backup das Haus verlassen und ich kann Fälle wie Blitzeinschlag, Brand, Wasserschaden etc. abdecken.
Wer nicht gerade über einen Site-to-Site VPN etc. verfügt kann auch recht einfach mit zwei USB Festplatten ein ähnliches Szenario abbilden. Aktuelle NAS Systeme (egal ob QNAP oder Synology) beherrschen eine USB Copy Funktion. Sobald Ihr eine USB Festplatte anschließt wird ein konfigurierter Ordner vom NAS auf die USB Festplatte kopiert. Markiert euch die beiden USB Festplatten, damit Ihr sie unterscheiden könnt. Diese schließt Ihr nun tageweise abwechselnd an das NAS, lasst die Daten kopieren und nehmt diese Abends mit nach Hause. So ist ein Stand immer sicher bei euch zu Hause, während Ihr auf die andere Festplatte kopiert. Dies erfordert natürlich etwas Disziplin, ist aber eine recht kostengünstige Variante.

Findet Ihr dies übertrieben? Noch zu wenig? Erzählt mir gerne eure Ideen!

Die wichtigste Frage käme jetzt zum Schluss. Wie sichere ich nun meinen SQL Server richtig? Dies beantworte ich euch die nächsten Tage in einem weiteren Post, der sich nur mit der Technik des Backup beschäftigen wird. Coming soon! 🙂